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Über Hölderlinturm und Neckar . . .
. . . zwischen Stiftskirche und Schloss
Der Namenspatron
Philipp Melanchthon

Melanchthonschule

Der Reformator Philipp Melanchthon, Namensgeber der Melanchthonschule, hat unweit der Schule ( gleich unterhalb der Schulräume, in der Burse ) gelebt und gelehrt. Von seinem Anspruch, Kinder nach besten Kräften - nämlich den eigenen Kräften - verlässlich zu fördern, lässt sich auch heute in der Grundschule einiges wiederfinden. Er sei, hat Melanchthon seinem Kollegen Reuchlin verraten, unter Kindern selbst wieder zum Kind geworden  -  ein schönes frühes Lehrerschicksal . . .

Das Gebäude Münzgasse 20 war im 15. Jahrhundert als Fakultätshaus ("Neues Collegium") für die Juristenabteilung errichtet worden; später zog die Philosophische Fakultät hier ein. Dazu wurde im Keller der sogenannte Karzer ( also das Untersuchungsgefängnis der gestrengen Universität ) untergebracht. Hier wurde zum Beispiel im 16. Jahrhundert ein Tübinger Buchdrucker eingesperrt, der es gewagt hatte, die Legende des Schwarzkünstlers Doktor Faust ohne Genehmigung der staatlichen Stellen zu veröffentlichen. Mehr als 330 Jahre war dieser älteste deutsche Karzer in Betrieb. Heute sind die von den Eingekerkerten über die Jahrhunderte fantasiereich bemalten Gefängnis-Innenmauern fester Bestandteil nahezu jeder Stadtführung. Das Fakultätshaus, also die spätere Melanchthonschule, wurde 1777 praktisch neu aufgebaut. 1847 kaufte es die Stadt, sattelte noch ein weiteres Stockwerk drauf und richtete hier die Mädchenvolksschule ein, die bis dahin nicht weit entfernt auf dem einstigen Kirchhof an der Südseite der Stiftskirche stand ( da verdrücken heute die Kinder der Melanchthonschule ihr Pausenweckle ). In der Mädchenschule gab es drei Kategorien von Schülerinnen; aus der obersten, dem höheren Töchterinstitut, ging später das Wildermuth-Gymnasium hervor. Berühmteste Schülerin dieser alten Mädchenschule war die Filmschauspielerin Lil Dagover. Bis in die späten 60-ger Jahre war schließlich in der Münzgasse 20 die evangelische Bekenntnisschule untergebracht, ehe sie als einzügige Melanchthonschule mit insgesamt vier Klassen der Grundschule Innenstadt angegliedert wurde.

Seit dem Schuljahr 2005/6 hat die Melanchthonschule ihr Schulprofil in ein Profil mit Schwerpunkt Leseförderung umgewandelt. Lesen gehört unumstritten zu den bedeutendsten Kompetenzen in unserer Welt. Um nur nochmals einige, wichtige Argumente zu nennen:

  • Lesen fördert die Sprachentwicklung

  • Die Fantasie wird durch Lesen angeregt.

  • Lesen kann zur Orientierung in der Lebenswelt dienen

  • Probleme können durch Bücher aufgearbeitet werden

  • Neue Medien können nur begrenzt ohne Lesen genutzt werden

  • die Persönlichkeitsentwicklung wird durch Lesen gefördert

  • Lesen schafft die Grundlage, um berufliche Ziele und Wünsche zu erreichen

  • Lesen ist die Grundlage für alle Unterrichtsfächer


Deshalb versucht die Melanchthonschule das Lesen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen. Neben den Leseecken und Klassenbüchereien wird gerade eine Schulbücherei mit Unterstützung des Fördervereins aufgebaut. Die Schulbücherei soll vor allem auch Kinder mit lesefernen Elternhäusern zum Lesen anregen. Der Deutschlehrer jedes Schülers legt eine individuelle Buchanzahl pro Schuljahr fest, die ein Kind lesen soll. Nachdem ein Kind ein Buch aus der Schulbücherei gelesen hat, hat es die Möglichkeit, ein Bücherrätsel mit sechs Fragen zu seinem Buch zu lösen. Gelingt ihm dies, erhält es als direkten Leseanreiz eine Urkunde. Wird die vom Lehrer bestimmte Buchanzahl im Schuljahr erlesen, darf er sogar noch an einer besonderen Aktion mit seinem Lehrer teilnehmen,z.B. ins Kino gehen o.ä.. So soll wirklich für jedes Kind ein Leseanreiz geschaffen werden.


Neben diesem Zugang wird über viele weitere Aktionen versucht, den Kindern ein Zugang zum Lesen zu ermöglichen: Besuch der Stadtbücherei, Besuch von Autorenlesungen, verlässliche Vorlese- und freie Lesezeiten in der Schule, ältere Schüler lesen jüngeren Schülern vor, Buchpräsentationen, Vorlesewettbewerb, Projektwochen rund ums Buch, Lesecurricula, thematische Büchertische, Buchausstellungen besuchen, Lesenacht in der Schule, Besuch der Tübinger Kinder- und Jugendbuchwoche, Teilnahme am Schreib- und Malwettbewerben zu Büchern …

 

Links :

http://www.cityinfonetz.de/das.magazin/2001/34/artikel6.html

http://www.cityinfonetz.de/tagblatt/archiv/2001/das.magazin/36/artikel1_4.html

( " das schönste Klassenzimmer Tübingens " )

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